

Über 110 Jahre
Geschichte
Dreimal gegründet, nie vergessen. Die Geschichte einer Verbindung, die Krieg, Diktatur und Stillstand überdauert hat.
„Man sollte nicht vergessen, wie viel aufbauende Arbeit in diesen Jahren von den Bundesbrüdern geleistet wurde."
— aus der Chronik zum 50. Stiftungsfest, Mai 1964
Unsere Geschichte ist keine gerade Linie. Sie ist eine Geschichte von Anfängen und Abbrüchen, von Suspension und Wiederkehr. Vier Generationen von Studenten haben diesen Bund getragen, verloren und neu erbaut. Was bleibt, ist der Wille zur Gemeinschaft – über alle Brüche hinweg.
Eine Reise durch die Zeit
Von der Gründung an der jungen Goethe-Universität bis zur Reaktivierung in Sachsenhausen.
Die Gründung
Am 12. November 1914 wird der „VDSt zu Frankfurt am Main“ gegründet – im selben Jahr wie die junge Frankfurter Universität (seit 1932 Goethe-Universität). Als 29. Bund wird er in den Kyffhäuserverband aufgenommen. Sein Schicksal ist seither eng mit dem der Alma Mater verbunden.

Suspension im Großen Krieg
Schon im Sommersemester 1915 muss der Bund suspendiert werden: Fast alle Bundesbrüder folgen dem Ruf zu den Fahnen. Man trifft sich nur noch vereinzelt bei den Alten Herren.
Erste Wiedergründung
Fast genau fünf Jahre später, am 8. November 1919, wird der VDSt Frankfurt mit sechs Aktiven wiedergegründet – ein Neuanfang aus den Trümmern des Krieges.

Das erste eigene Heim
Nach weiteren fünf Jahren bezieht der Bund 1925 sein erstes Bundesheim in der Adelbertstraße nahe der Universität – ein Meilenstein für eine junge Verbindung.
Die goldenen Jahre
Trotz finanzieller Rückschläge – 1928 muss das Heim aufgegeben werden – erlebt der Bund seine Blütezeit. Ein lebendiges Bundesleben, feste Strukturen und ein guter Ruf in der Frankfurter Korporationslandschaft.

Gleichschaltung & Erliegen
Ab 1933 kann das Bundesleben nicht mehr wie früher geführt werden. Der Senior heißt nun „Bundesführer“, der Fuxmajor „Kameradschaftsführer“. 1935/36 werden die Chargen ein letztes Mal besetzt; 1937 kommt das Bundesleben ganz zum Erliegen.
Zweite Wiedergründung
Auch die schweren Nachkriegsjahre 1946–1953 lassen kein Bundesleben zu. Erst 1954 – 40 Jahre nach der Gründung – wird der VDSt Frankfurt erneut mit sechs Aktiven wiedergegründet. Die Verbindung steht wieder auf.

Ein neues Zuhause
Nach Jahren ohne feste Bleibe wird die Heimfrage gelöst – wesentlich dank AH Zehrung. Der Bund zieht in eine Etage in der Mainzer Landstraße, die mit vielen Spenden der Bundesdamen wohnlich eingerichtet und im Januar 1960 feierlich eingeweiht wird.
50. Stiftungsfest
Im Mai 1964 feiert der Bund sein 50-jähriges Bestehen – Anlass für die erste große Chronik, die das halbe Jahrhundert aufbauender Arbeit der Bundesbrüder würdigt.
Wiederaufnahme in den VVDSt
Auf Initiative junger Studenten wird die Verbindung wiederbelebt und 2023 offiziell wieder in den VVDSt aufgenommen – nun als Akademische Verbindung Frankfurt-Sachsenhausen. Das Haus in der Hedderichstraße 126 erwacht zu neuem Leben.
Tradition trifft Moderne
Die AV Frankfurt-Sachsenhausen ist wieder fester Bestandteil des Frankfurter Studentenlebens: eine junge, wachsende Aktivitas, die studentische Tradition zeitgemäß und weltoffen lebt – über vier Etagen in Sachsenhausen.

Teil des VVDSt
Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1881: In Berlin gründet sich der erste „Verein Deutscher Studenten", kurz darauf folgt die erste Kyffhäusertagung auf der gleichnamigen Burg – die Geburtsstunde des heutigen Verbands der Vereine Deutscher Studenten.
Heute verbindet der VVDSt rund 38 Aktivitates in Deutschland, Österreich und Ungarn – ein christlich-akademischer, nichtschlagender Männerbund in den Verbandsfarben Schwarz-Weiß-Rot.

Die sieben Prinzipien
Werte, die den VVDSt und damit auch unsere Verbindung seit Generationen tragen.
Christlich
Anerkennung der christlichen Werteordnung als Grundlage europäischer Kultur.
National
Bekenntnis zur deutschen Nation in einem vereinten Europa der Vaterländer.
Sozial
Verantwortung für das Gemeinwesen und soziale Tat.
Akademisch
Verpflichtung zu wissenschaftlicher Arbeit und politischer Bildung.
Lebensbund
Ein Bund auf Lebenszeit zwischen Aktiven und Alten Herren.
Konvent
Selbstverwaltung des Bundes durch den Aktivenkonvent.
Nichtschlagend
Verzicht auf die Mensur – ein Bund des Geistes, nicht der Klinge.
Mehr erfahren
Details zu den Prinzipien beim VVDSt.
Zur Website→
In Frankfurts DNA
Es ist kein Zufall, dass unsere Verbindung gerade hier ihre Heimat hat. Frankfurt war jahrhundertelang Wahl- und Krönungsstadt der deutschen Kaiser und 1848/49 mit der Paulskirche die Wiege der deutschen Demokratie.
1914 wurde die Frankfurter Universität als Bürgerstiftung gegründet – im selben Jahr wie unser Bund. Wer unsere Geschichte versteht, versteht ein Stück Frankfurter Stadtgeschichte mit.
Gelebte Tradition
Ein Bund lebt von seinen Worten und Bräuchen. Ein kleiner Einblick in unsere Welt.
Zirkel
Das verschlungene Bundeskürzel V·C·F! – Vivat, Crescat, Floreat: „Es lebe, wachse, blühe!“
Kneipe
Die offizielle, im Comment geregelte Festveranstaltung in Couleur.
Kommers
Die feierliche Festkneipe zu hohen Anlässen – mit Reden, oft mit Damen.
Salamander
Die höchste Ehrenbezeugung mit dem Glas, gemeinsam „gerieben“.
Aktivitas
Die Gesamtheit der aktiven Mitglieder des Bundes.
Alter Herr
Mitglied auf Lebenszeit nach der Philistrierung – das Fundament des Lebensbundes.

Werde Teil der Geschichte
Vier Generationen haben diesen Bund getragen. Die nächste Seite schreiben wir gemeinsam.